Die Entwicklung der GT4-Kategorie

2017 im GT-Sport ebenfalls unter Beobachtung: die GT4. Seit Jahren fristet die Kategorie ein träges Dasein im Schatten der großen Schwester GT3, doch damit soll nun endgültig Schluss sein. Dass die GT4 sich im Aufwind befindet, liegt vor allem daran, dass die GT3 für viele nationale Meisterschaften zu teuer geworden ist. Zwar sind die GT4 langsamer als die GT3 sowie für Sprints konzipiert statt für Langstreckenrennen, doch für den reichen, aber nicht superreichen Privatier passt das Konzept, und dementsprechend ist das Interesse zuletzt gestiegen. 2017 werden gleich vier neue Autos debütieren, und zwar von BMW, Chevrolet, Ford und Mercedes-AMG. Gut möglich, dass weitere Hersteller nachziehen werden.

GT-Promoter Stéphane Ratel hofft übrigens auf einen Nebeneffekt: Bei stärkerer GT4-Nachfrage würden die Kundensportabteilungen der Hersteller besser ausgelastet, was dem steten Anstieg der GT3-Preise entgegenwirken könnte. Ob das so klappt, bleibt abzuwarten. Beim bayrischen Tuner Reiter Engineering geht man jedenfalls davon aus, dass die Branche in zwei bis drei Jahren allgemein mehr GT4 absetzen wird als GT3. Ersetzen wird die GT4 die GT3 aber wohl nicht, denn zum einen wären teure Modifikationen nötig, um die Autos bei Rennen wie den 24 Stunden von Spa über die Distanz zu bringen, und zum anderen könnten schon die Konvergenzgespräche über die Zukunft der GT3 entscheiden.

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